Freitag, 23. September 2016

Die Fassade der neuen Zeit - Lesung, Gespräch und Konzert im Weltkulturerbe Siemensstadt am 8. Oktober 2016

Foto: Michael Bienert (2016)
Der von Fred Forbát entworfene Pavillon (Foto) in der Großsiedlung Siemensstadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und dient heute als Infostation und Fotoatelier. Am 8. Oktober 2016 um 19.30 Uhr treten dort Architektur, Literatur und Musik in einen spannenden Dialog. Der Autor Michael Bienert und der Architekt Thomas Krüger lesen Texte aus der Entstehungszeit der Siedlung über das "Neue Bauen" in Berlin, das Motto des Abends stammt von Joseph Roth: "Die Fassade der neuen Zeit macht mich unsicher." Begleitet werden die Lesung und das anschließende Gespräch von der Cellistin Maria Magdalena Wiesmaier. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet mit Unterstützung der Deutsche Wohnen AG im Rahmen der Triennale der Moderne statt.

Donnerstag, 1. September 2016

Modernes Berlin der Kaiserzeit - live und im Gespräch mit Michael Bienert im September

Nach der gut besuchten Buchpremiere in der Villa Oppenheim gibt es weitere Lesungen und Gelegenheiten, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen: am 8. September 2015 um 17.30 Uhr in der Urania und am 22. September 2016 um 19 Uhr im Fachbereich Berlin-Studien der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Mittwoch, 31. August 2016

Ernst Ludwig Kirchner im Hamburger Bahnhof

Ernst Ludwig Kirchner:
Potsdamer Platz
© bpk / Staatliche Museen zu Berlin
Nationalgalerie / Jörg P. Anders
(Pressefoto)
Die „Neue Galerie“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin zeigt vom 23. September 2016 bis zum 26. Februar 2017 sämtliche Werke von Ernst Ludwig Kirchner aus dem Bestand der Nationalgalerie, ergänzt um zeitgenössische Arbeiten von Rosa Barba und Rudolf Stingel. Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Kopf der expressionistischen Künstlergruppe "Die Brücke" hielt spontane Eindrücke von der Natur oder des urbanen Lebens in einem betont skizzenhaften Malstil fest. Das Erlebnis der Großstadt, die „unmittelbare Ekstase“, erklärte er, münde bereits beim Zeichnen in „fertige Hieroglyphen“. Malerei erscheint in diesem Sinne wie ein System aus offenen Zeichen, aus „Hieroglyphen“. Die Ausstellung blickt unter diesem thematischen Fokus auf die 17 Werke der eigenen Sammlung. Zahlreiche Fotos, aufgenommen von Kirchner, Bücher und Zeichnungen verdeutlichen die kulturellen Bezüge einer scheinbar freien und spontanen Malerei. Gerahmt wird sie von zwei zeitgenössischen Positionen: dem in New York lebenden Künstler Rudolf Stingel und der italienischen Künstlerin Rosa Barba.

Ernst Ludwig Kirchner.
Hieroglyphen 
23.09.2016 – 26.02.2017
Neue Galerie Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart
Staatliche Museen zu Berlin
Invalidenstraße 50/51
10557 Berlin

Weitere Informationen: www.ernstludwigkirchnerinberlin.de

Mittwoch, 27. Juli 2016

100 Jahre Körnerpark

Ruheoase und Kulturtreffpunkt – Neukölln ist zu Recht stolz auf dieses Kleinod aus Kaisers Zeiten. Ein Blick in die hundertjährige Geschichte des Körnerparks zeigt jedoch: das war nicht immer so. Von Anfang an waren Gestaltung, Nutzung und Pflege des Parks umstritten, konkurrierten unterschiedliche Gruppen um seine Aneignung und nutzten ihn als Bühne gegensätzlicher Interessen. 100 Jahre Körnerpark erzählen Geschichten von bewusster Vernachlässigung, stillem Verfall und mutwilliger Zerstörung ebenso wie vom unermüdlichen Engagement für seinen Erhalt und der Öffnung für neue Publikumsschichten. Eine Ausstellung des Mobilen Museums ist vom 26.07. bis 29. 8. 2016 im Kreativraum der Galerie im Körnerpark, Schierker Straße 8, zu sehen.

Noch ein Hinweis auf eine Veranstaltung ebendort am Donnerstag, 4. 8. 2016, 19 Uhr :

Franz Körner
Fotos: Museum Neukölln
Who the Franz is Körner? Steinreicher Kiesgrubenbesitzer, freigiebiger Wohltäter und Förderer der Wissenschaften und Künste, begeisterter Blumenzüchter, Hobbyarchäologe und Orientreisender – so erscheint Franz Körner in den Annalen der Neuköllner Heimatgeschichte. Als Lichtgestalt, als Vorbild an Bürgertugend, Bildung und Gemeinsinn. Deshalb tragen noch heute eine Straße in Britz und ein Stadtpark in Nord-Neukölln seinen Namen. Woher stammte eigentlich der Reichtum Franz Körners? Wer profitierte von seiner Großzügigkeit? Was suchte er im Sand der Rixdorfer Gruben und ägyptischen Wüste? Was fand er dort und was passierte mit den Fundstücken? Und warum wurde vor 100 Jahren der Körnerpark nach ihm benannt? Die Historiker und Ausstellungsmacher Henning Holsten und Dr. Patrick Helber laden zu einer Spurensuche, die weit über die Grenzen der traditionellen Lokalgeschichte hinausführt. Weitere Informationen

Sonntag, 26. Juni 2016

In Zilles Fußstapfen - der Fotograf Gottfried Schenk

Hinterhof im ehemaligen Zillemilieu
Foto: Gottfried Schenk
Ab dem 6. Juli 2016 präsentiert das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf die Sonderausstellung „Auf den Spuren von Heinrich Zille. Kiezfotografien 1976 – 1984 von Gottfried Schenk“ im Kabinett der Villa Oppenheim. Damit rückt das Museum den in der Kaiserzeit errichteten Charlottenburger Klausenerplatz-Kiez in den Fokus. „Auf den Spuren von Heinrich Zille“, der hier 37 Jahre lang wohnte und seine berühmten „Milljöh“-Studien schuf, wandelte 1976 bis 1984 der Fotograf Gottfried Schenk. Er dokumentierte als Mitglied einer Mieterinitiative die Aktivitäten der Kiezbewohnerinnen und Bewohner sowie die morbide Schönheit verfallender Gründerzeitbauten. Seine Fotografien spüren Ansichten und Szenen aus einem traditionellen Arbeiterkiez auf und fangen die verbliebenen Spuren des alten Zille-Milieus ein. Sonderausstellung bis 8. Januar 2017 Weitere Informationen

Mittwoch, 8. Juni 2016

So schön ist Harakiri - Wiedereröffnung des Georg-Kolbe-Museums mit dem Hanako-Zyklus von Rodin

Hanako-Porträts von Auguste Rodin
Fotos: Michael Bienert
Von Michael Bienert - Sie war eine Sensation in der Berliner Kaiserpassage, Friedrichstraße Ecke Unter den Linden. „Madame Hanako wird erdolcht und kann nun mit allen Finessen zeigen, wie große japanische Künstlerinnen auf der Bühne zu sterben verstehen. Unsagbar realistisch und doch wahrhaft ergreifend, mit grausamer Eindringlichkeit nach der Natur gezeichnet“, schwärmte 1908 die „Sport im Bild“. Japans größte Tragödin lockte die Touristen an, im Passage-Theater, das unter einem Dach mit Nippesläden, exotischen Völkerschauen, Panoptikum und Kaiserpanorama residierte. 
Was die Berliner für authentische, weil reichlich fremdartige Schauspielkunst hielten, war tatsächlich ein interkulturelles Missverständnis: Im japanischen Kabuki-Theater wurden Hanakos Paraderollen üblicherweise von Männern gespielt. Insbesondere das Harakiri, der rituelle Selbstmord durch Bauchaufschneiden, war traditionell der obersten Schicht der Samurai-Krieger vorbehalten. Japanische Theaterleute mochten sich eine Frau in so einer Rolle gar nicht erst vorstellen. Nur in Europa und Amerika wurde die puppenhafte Hanako um 1910 zum Star. Sie gehörte zur Riege der Tänzerinnen, die schon vor dem Ersten Weltkrieg ihre von Korsetts und Konventionen befreiten Körper auf den westlichen Bühnen präsentierten. Jetzt bekommt die kleine Tänzerin noch einmal einen großen Auftritt in Berlin. In der Ausstellung „Auguste Rodin und Madame Hanako“ zur Wiedereröffnung des Georg-Kolbe-Museums. Weiterlesen im TAGESSPIEGEL

Mittwoch, 1. Juni 2016

Berliner Gedenktafel für die erste Medizinprofessorin in Preußen: Rahel Hirsch

Quelle: Wikimedia
Der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner, enthüllt am Donnerstag, dem 2. Juni 2016, um 17.00 Uhr am Haus Kurfürstendamm 220 eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Medizinerin Rahel Hirsch (1870 – 1953) . Sie war die erste Medizinprofessorin in Preußen, eine couragierte Ärztin und Wissenschaftlerin, der es gelang, in einem männlich dominierten Umfeld, wissenschaftlich Karriere zu machen und ihre Position zu verteidigen. Sie wuchs in einem intellektuellen, jüdisch orthodox geprägten Elternhaus auf und schlug zunächst die pädagogische Laufbahn ein. Nach einer zehnjährigen Tätigkeit als Pädagogin nahm sie 1898 ihr Medizinstudium in Zürich auf. Nach Abschluss der Promotion in Straßburg ging sie 1903 nach Berlin an die Charité. Ihre anerkennenswerten wissenschaftlichen Leistungen führten dazu, dass ihr 1913 als erste Medizinerin in Preußen der Professorentitel verliehen wurde. Rahel Hirsch gehört zu den Vorreiterinnen für berufliche Selbstbestimmung und Emanzipation. Als Jüdin von den Nazis verfolgt, floh sie 1938 nach London, wo sie vereinsamt starb.

Der Architekt Jean Krämer: Eine Monografie und eine Veranstaltung am 3. Juni 2016

Straßenbahndepot Nordend
Wer sich mit der Architektur der Zwanziger Jahre in Berlin befasst, kommt an Jean Krämers Bauten nicht vorbei. Doch über den Baumeister vieler Depots, Werkswohnungen und Verwaltungsgebäude für die Berliner Straßenbahn war bisher wenig bekannt. Wer weiß schon, dass der Verkehrsturm am Potsdamer Platz, eine Ikone des damaligen Berlin, von Jean Krämer entworfen wurde? Ehe er sich als Architekt selbständig machte, leitete er von 1908 bis 1918 das Büro seines Lehrers, des AEG-Designers und Architekten Peter Behrens. Diese Keimzelle der Moderne wird in einem neuen Buch mit bisher unbekannten Dokumenten der in Australien lebenden Tochter Jean Krämers beleuchtet. Krämers umfangreiches eigenständiger Beitrag zur modernen Architektur wird erstmals in einem Werkkatalog erfasst. "Krämers Architektur ist aus heutiger Perspektive relevant, denn er wollte eine andere, phantasievollere Moderne, die die Vielschichtigkeit der historischen Stadt nicht verleugnet. Er schuf Bauwerke mit einem individuellen Ausdruck, die auf den städtischen Kontext reagieren. Wie Peter Behrens war er ein umfassender Gestalter auch von Möbelentwürfen und Schrifttypen bis zu ganzen städtebaulichen Anlagen. Da er auch dekorative und spielerische Lösungen suchte, die nicht in den Kanon der puristischen Bauhaus-Moderne passten, wurde er von der Architekturgeschichtsschreibung bisher übergangen", heißt es in der Ankündigung der Monografie,  die am 3. Juni 2016 vorgestellt wird. Sie findet anlässlich des Besuchs der Tochter von Jean Krämer in Berlin im Bücherbogen am Savignyplatz statt. Inge Fernando (Tochter Jean Krämers), Karen Grunow (Kunsthistorikerin und Journalistin) und Carsten Krohn (Architekt, Architekturhistoriker und Fotograf) sprechen über Leben und Werk des Architekten. Die Moderation des Abends übernimmt Jan Dimog (Reporter und Redakteur).

3. Juni 2016, 19:30 Uhr
Bücherbogen am Savignyplatz
Stadtbahnbogen 593
S-Bahn Savignyplatz

Stanford Anderson / Karen Grunow / Carsten Krohn
Jean Krämer | Architekt – und das Atelier von Peter Behrens
Weimarer Verlagsgesellschaft, Weimar 2016
240 S., 313 teilweise farbige Abbildungen, geb. 49,00 Euro

Samstag, 28. Mai 2016

30 Jahre Käthe-Kollwitz-Museum

Foto: Michael Biener
Die Zeichnerin, Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz, die über 50 Jahre lang am Wörter Platz, dem heutigen Kollwitzplatz, lebte, gilt als die bedeutendste Berliner Künstlerin der Kaiserzeit und der Weimarer Republik. Vor 30 Jahren stiftete der Kunsthändler Hans Pels-Leusden seine Sammlung für das neu gegründete Käthe-Kollwitz-Museum in der Fasanenstraße. Doch zum Jubiläum hängt dort der Haussegen schief. Warum, hat Michael Bienert von der Museumschefin Iris Berndt (Foto) und anderen Beteiligten erfahren. Erschienen ist seine investigative Kulturreportage heute im TAGESSPIEGEL.

Montag, 23. Mai 2016

Georg Kolbe Museum eröffnet am 9. Juni 2016

Nach der umfassenden Sanierung des historischen Atelierhauses - dazu können Sie hier einen Beitrag lesen - eröffnet das Georg-Kolbe-Museum am 9. Juni 2016 mit einer neuen Ausstellung zum Hanako-Zyklus von Auguste Rodin:


Auguste Rodin und Madame Hanako. Der französische Bildhauer und die Emanzipationsgeschichte der japanischen Tänzerin 

Die Ausstellung vereint rund 50 originale Plastiken und Zeichnungen aus dem Musée Rodin – Paris, die in dieser Form erstmals in Deutschland zu sehen sind. Zudem versammelt die Schau eine Vielzahl von historischen Dokumenten, Korrespondenzen und Fotografien. Zwischen 1907 und 1911 schuf Rodin die Serie expressiver Masken, Portraits und Büsten nach Hanako. Nie zuvor hat Rodin eines seiner Modelle so häufig porträtiert. Die fragilen Kunstwerke erzählen von der inspirierenden Begegnung des weltberühmten Bildhauers mit der zierlichen Tänzerin, die über ein Jahrzehnt durch ganz Europa tourte. So spiegelt die Ausstellung die erstaunliche Emanzipationsgeschichte einer jungen Japanerin in Europa wider. Aus einer starren, fernen Gesellschaft kommend, suchte sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts selbstbewusst ihre Freiheit in den pulsierenden Städten dieser Jahre: Paris, London, Moskau und Berlin. Mit ihren dramatischen Bühnenauftritten zog sie Künstler wie Intellektuelle in ihren Bann.

Öffnungszeiten: 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
Öffentliche Führungen Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag jeweils 14:00 Uhr
Infos: www.georg-kolbe-museum.de